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 Betreff des Beitrags: Rembetiko
BeitragVerfasst: 19. Feb 2010 09:53 
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Wie gestern versprochen, hier die kleine Geschichte von dem Rembetika-fan und Polizeichef von Thessaloniki. Ob dieses Thema doch besser bei Geschichte oder Diskussionen aufgehoben wäre, weiß ich nicht, ich hab mich nun für den Musikbereich entschieden.
@Maria: Wenn Du meinst, woanders wäre besser plaziert, kannst Du es ja verschieben.

Hier die Geschichte:

Mit der Zeit allerdings hatten es auch die hartgesottensten Rebetes satt, dauernd zwischen Knast und Freiheit zu pendeln und besannen sich ihres eigentlichen Berufes als Musiker. Die besseren Tekezídes, also diese Kneipenwirte, verstanden es ihrerseits selbstverständlich, sich mit der Polizei zu arrangieren, und so mussten sie nicht mehr so oft fürchten, dass ihr Laden geschlossen würde.
Ende der 1930´er Jahre war das Rebetiko inzwischen auch in großen Teilen der Bevölkerung dermaßen populär, dass zwischen Obrigkeit und Musikern bzw. Lokalbesitzern ein mehr oder weniger stillschweigender Konsens gefunden werden konnte. Das Rebetiko war mittlerweile so beliebt, dass man nicht darauf verzichten wollte, selbst wenn man wusste, dass die meisten Rebetes immer noch Haschisch rauchten um sich zu inspirieren, - mit einem Wort - einen anderen Lebensstil als der Durchschnittsbürger pflegten, wenn auch - wie zumindest in einem berühmten Rebetiko gesungen wird, der Argile bisweilen in die bürgerlichen Salons Einzug gehalten hatte und dort "im Geheimen" genossen wurde.
Besonders hervorgetan hat sich mit seiner Liebe zum Rebetiko und mit seinen zum Teil sogar persönlichen Freundschaften zu Rebetes der Polizeichef von Saloniki, Níkos Mouschoundís.
Als nämlich Mitte der 1930´er Jahre in Athen wieder einmal gegen die Rebetes "scharf gemacht worden war", flüchteten sich viele von ihnen nach Saloniki, wo ihnen von Mouschoundis bereitwillig "Asyl" gewährt wurde. Dieser Mouschoundis war eine einmalige Erscheinung: Selbst ein fanatischer Sammler von Rebetiko-Schellacks (er besaß mit über 5.000 Schellacks eine der größten Privatsammlungen) gewährte er den Manges ein Maximum an Freiraum, bzw. wusste er ganz genau, wie mit ihnen umzugehen war. Er sprach ihre Sprache, kannte ihre Gepflogenheiten und wusste nahezu immer ganz genau, was seine "Schützlinge" so trieben.

Während in Athen die scheinbare Wundermedizin der Firma Bayer mit Namen "Heroin" bereits ihre ersten Opfer forderte, hatte Mouschoundzis in der Drogenbekämpfung seine eigenen unorthodoxen Methoden. So soll er eines Tages alle Drogenhändler Salonikis in sein Büro eingeladen haben und ihnen folgendes zu verstehen gegeben haben: "Haschisch könnt ihr auf den Markt werfen. Wenn ich euch erwische, sperre ich euch einfach ein. Wen ich aber mit Heroin erwische, der stirbt in den Kellern der Polizei." Und an die Adresse einiger dreister Athener Dealer, die den Markt in Saloniki mit Heroin überschwemmen wollten, meinte er, sie sollten sich wieder nach Athen scheren und nie mehr wieder in Saloniki blicken lassen, andernfalls würde er ihnen die "Eier ausreißen!". Und anscheinend verstanden sie die Botschaft, denn zu dieser Zeit soll es in Saloniki niemals ein ernstes Problem mit harten Drogen gegeben haben. Nachdem der Polizeipräsident dieses Problem gelöst hatte, konnte er sich wieder ganz dem Genuss des Rebetikos hingeben, mit vielen Größen des Rebetikos - unter anderem auch Márkos Vamvakáris - in seinem Büro all morgendlich Kaffee trinken und - vom schlauen und berühmten Musiker Vasílis Tsitsánis nicht ohne Hintergedanken forciert - selbigem als Trauzeuge zur Seite stehen.

Zitiert zum Thema, habe ich aus einem längeren Artikel den ich mal vor ca.8 Jahren im Net gefunden habe. Schön, das er noch da ist.
Wer sich also intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte:

Die Kaffeehausmusik aus Smyrna und die klassische Epoche des Rebetiko des Piräus


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BeitragVerfasst: 19. Feb 2010 14:45 
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Beiträge: 31712
Wohnort: Ruhrpott, mitten drin
Geschlecht: weiblich
Lieber Werner

vielen lieben Dank für diesen schönen Bericht in unserem Griechenland-Forum

Sehr erfrischend.-))))))

Wenn du noch mehr solcher Berichte hast, nur her damit, wir freuen uns darüber und lesen natürlich gerne etwas über Hellas.

LG
Maria

_________________
Ich bin Griechin, ich bin Deutsche, ich bin Europäerin.


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