Aktuelle Zeit: 23. Jan 2019 02:06

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


  User Information

Guest Avatar




Registrierung

 

  Suche



Erweiterte Suche

  Hellas Wetter

  Partnerseiten



Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 135

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Ein kleines Kurzgeschichtenbuch
BeitragVerfasst: 25. Mai 2015 10:46 
Offline
Forenfee
Benutzeravatar

Registriert: 08.2009
Beiträge: 31712
Wohnort: Ruhrpott, mitten drin
Geschlecht: weiblich
Hallo ihr Lieben,

ich hatte den Entschluss gefasst, für eine mir sehr nahe stehende Person ein Kurzgeschichtenbüchlein zu schreiben. Natürlich mit kleinen Episoden aus Griechenland.
Nichts Großes, kein literarisches Meisterwerk. Einfach um Geschichten, die zum Teil noch aus der Kindheit stammen, wiederzubeleben. Damit man sie nicht vergisst.

Hier eine kleine Geschichte aus dem Buch.

Auf der Suche nach dem Mythos Kreta
Wieder einmal war das Urlausziel Griechenland, wie so oft in meinem Leben
oder besser gesagt, wie immer in meinem Leben.
Wir erlebten Makedonien mit seinen weiten satten Ebenen über Thessaloniki
hinunter bis zum Olymp, durchstreiften den wilden Epirus mit seinem grandiosen
Acheron, Thessalien mit seinen Wäldern, den Peloponnes mit all seinen nie enden
wollenden antiken Stätten, Mittelgriechenland mit dem Nabel der Welt und selbst
Attika mit dem im gelben Smog versinkenden Athen durchstöberten wir mit Herzenslust.
Tausend Erinnerungen und Begegnungen mit herzensguten Menschen fallen mir ein,
und mindestens genau so viele atemberaubende Landschaften, prachtvolle Säulen und
Kirchen voller Anmut. Wir suchten Griechenland mit der Seele und wir fanden es.
Bisher gehörten wir nicht zu den Insel-Sammlern, zu jenen, die jedes Jahr eine der von
Götterhand ins Meer geschleuderten Eilande aufsuchen, um es auf der endlosen Liste der
Schönen abzuhaken, nie wissend, welches denn nun die Schönste ist.
Und nun Kreta...einmal Kreta, immer Kreta. Die Insel mit den vielen Süchtigen, die immer wieder nach Kreta fahren ohne sich umzusehen in Griechenland. Was macht diesen Mythos aus? Wie kann es sein, dass man tatsächlich jahrelang, ja sogar Jahrzehnte
nur Kreta besucht. Für mich eine unglaubliche Vorstellung, wo Griechenland so reich an
grandiosen Landschaften ist, die jedes Jahr auf Neue entdeckt werden wollen, weil sie so viele Geheimnisse birgt.
Also fuhren wir nach Kreta auf der Suche nach dem Mythos.
Dieses zwischen den Welten, zwischen den Kontinenten schwimmende Eiland besticht durch Größe. Es mutet gar nicht wie eine Insel an, eher wie ein eigener Kosmos.
Schon früher nannte man Kreta eine Welt für sich, ein Kosmos im Kosmos, Gäa, die Erde, oder gar treffend der "Sechste Kontinent".
Betritt man Kreta, weiß man, dass man die Wiege unserer Kultur, unseres Seins und Denkens betritt. Das schon allein überwältigt. Dieser Gedanke begleitete mich, als ich die vielen Zimmer von Knossos in ihrer unendlichen Friedlichkeit betrachtete und wird zum
Erlebnis, als ich die großartigen Funde im neuen Museum von Irakleion erblickte.
Die weltbekannten Fresken der Pariserinnen und des Lilienprinzen wirkten lebensfroh,
geradezu atlantisch. Gedanken gehen auf Reisen, wie man hier früher gelebt hat.
Sicher anders als in Mykene, wo es dicke Verteidigungsmauern und blutgetränkte Erde gab. Wo Krieg der Ansporn war, Mord und Totschlag.
Kreta ist ein Land der Berge, die ihre Gipfel der grellen Sonne entgegenstrecken wie sie
es schon seit Jahrtausenden tun. Jeder Gipfel, jeder Berg, ja jeder Fels hätte Geschichten
zu erzählen von all den fremden Eroberern, von all den Eindringlingen. Doch schweigen umgibt sie, dabei würde ich so gern diesen Mythen lauschen, aber ich verstehe die Sprache der Felsen nicht. Berge mit Schnee bedeckt, aber auch kahl und abgebrannt finden wir vor.
Manche erinnern an die Alpen und wieder andere an die mexikanische Hochebene. Eine Szenerie, für die man keinen passenden Namen findet, zu facettenreich gestaltet sich das Bild.
Nirgends in Griechenland ist der Spruch "Freiheit oder Tod" so lebendig wie auf Kreta.
Stolze Menschen mit wachen Augen, stets auf der Hut, besiedeln diese Insel. Kreter und ihr Kreta, das ist eine Melange, die wunderbarer nicht sein kann. Eine Einheit, die ein Fremder nicht durchdringen kann. Etwas Mythisches, was ihnen beinahe unentwegt ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Immer ihrer sagenumwitterten Herkunft bewusst, als würde Zeus unter ihnen weilen und hätte sich nur gerade mal wieder als Stier verwandelt.
Sie leben mit ihrer Vergangenheit, die immer allgegenwärtig ist. Geben Kindern Namen wie Minos oder Ariadne und verschmelzen so Vergangenheit und Gegenwart miteinander.
Am Ende unserer kurzen Reise zum Kosmos Kreta wird uns eines immer bewusster,
der Mythos ist nicht auf ein Element zu reduzieren. Nicht die Berge, die Landschaft,
nicht die Kultur oder diese freundlichen Kreter sind das Geheimnis. Es ist diese Symbiose zwischen dieser einzigartigen Insel und ihren Bewohnern. Zwischen dem Kreter und seiner roten Erde, zwischen den Einwohnern und ihren Mythen, die in jeder Schlucht oder Grotte lebendig sind.
Und dort schließt sich mal wieder der Kreis....Symbiose, ein griechisches Wort, welches
"zusammen leben" bedeutet...der Kreter auf Kreta mit den Legenden aus der Vergangenheit. Nirgendwo anders auf dieser Welt
entsteht ein derartiges Zusammenspiel zwischen dem Volk und seiner uralten Heimat.
Als wir zur Grotte des Zeus hinaufsteigen und an der letzten Taverne auf dem Weg dorthin ein kaltes Getränk zu uns nehmen, ruft uns die junge Wirtin noch hinterher:
"Zeus lebt wirklich in der Höhle, ihr werdet ihn sehen."
Ich bin Zeus nicht wirklich begegnet, aber ich habe dort oben ein klein wenig verstanden,
was den Mythos Kreta ausmacht.

Maria

_________________
Ich bin Griechin, ich bin Deutsche, ich bin Europäerin.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleines Kurzgeschichtenbuch
BeitragVerfasst: 30. Mai 2015 11:35 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2015
Beiträge: 5
Wohnort: oberhalb des Polarkreises
Geschlecht: männlich
Eleftheria i thanatos! - Sieben Silben - Sieben Streifen hat die griechische Fahne!


Schöner Text! Bekommt man Lust Kreta selbst zu besuchen! Oder Griechenland allgemein.



Schöne Grüße aus dem Land, wo die Fahne auch galanolevkos ist,

Mikki H.

_________________
ATPC Media

Mikki H.
Kilpisjärventie 15 99300 Muonio FINLAND
+358447574397
http://www.abovethepolarcircle.com
post@abovethepolarcircle.com

Bild


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Besuche Website Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleines Kurzgeschichtenbuch
BeitragVerfasst: 30. Mai 2015 13:40 
Offline
Forenfee
Benutzeravatar

Registriert: 08.2009
Beiträge: 31712
Wohnort: Ruhrpott, mitten drin
Geschlecht: weiblich
Danke dir.

Freiheit oder Tod....der Lieblingsspruch der Griechen...

LG Maria

_________________
Ich bin Griechin, ich bin Deutsche, ich bin Europäerin.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker